One Two
Webcam Building Site Research and Technology Centre for Detector Physics

Contact

Institute Director
Prof. Dr. Jochen Dingfelder
dingfelder@physik.uni-bonn.de
Room 2.025
Physikalisches Institut
Nußallee 12
53115 Bonn
Phone: +49-228-73 3532
Fax: +49-228-73 7869

consultation hour: monday 14:00 - 15:30 h

 

Office
Jacqueline Weigelt 
sek@physik.uni-bonn.de
Room 1.040
Nußallee 12
53115 Bonn
Phone: +49-228-73 2341
Fax: +49-228-73 7869

 
You are here: Home News Wolfgang-Paul-Lecture 1998: Steven Chu

1998: Steven Chu

wp_chu.gifSteven Chu wurde am 28. Feb. 1948 in St. Louis, Missouri, USA geboren. Er studierte Physik an der Universität Rochester bis zum Bachelor, dann an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Dort promovierte er 1976 bei Prof. E. D. Commins mit einer Dissertation über die Messung eines verbotenen magnetischen Dipolübergangs in Thalliumatomen.

Nach dem Ph.D. blieb er noch 2 Jahre in Berkeley, wechselte dann 1978 an die Bell Forschungslaboratorien in Murray Hill in die Sektion "Elektromagnetische Phänomene". Er wurde 1983 Leiter der Abteilung Quantenelektronische Forschung des AT&T-Bell-Forschungslabors in Holmdel. Von dort wurde er 1987 als Professor für Physik und Angewandte Physik an die Stanford Universität in Palo Alto, Kalifornien, berufen, wo er bis heute lehrt und forscht. Von 1990 bis 1993 führte er das Physik-Department.

Die Forschungsarbeiten von Steven Chu basieren auf seinen vielen apparativen und methodischen Entwicklungen neuer optischer Techniken zur Lasermanipulation von Atomen, die er vor allem für immer präzisere atomphysikalische Messungen einsetzt. In Berkeley hat er mit von ihm auf Pikosekundengenauigkeit verbesserter Laserstabilisierung die Paritätsverletzung in Thalliumatomen gemessen, Anschließend enwickelte er die Methode der Doppler-freien Zweiphoton-Spektroskopie von Positronium und Myonium. Dann trieb er die Lichtdruckabbremsung von Atomen durch allseitigen Laserlichtdruck bis in den Mikrokelvinbereich, so daß die Atome langsamer als Fußgängergeschwindigkeit werden. Diese Technik ermöglicht das Einsperren und Beobachten einzelner Atome für genügend lange Zeiten, so daß eingehende Untersuchungen an ihnen möglich werden. Diese neue Technik hat viele Anwendungen.

Die laufenden Forschungsarbeiten von Steven Chu umfassen vornehmlich Entwicklung und Einsatz von Laserkühlung, Atomfallen und atom-optischen Methoden. Er hat einen Atom-Springbrunnen gebaut, bei dem ganz langsame Atome senkrecht hoch laufen und im Erdfeld zum Stillstand kommen, bis sie wieder herunterfallen. Der Aufbau wirkt als Atom-Interferometer, mit dem ultrapräzise Messungen der Gravitationsbeschleunigung durchführbar werden. Die erreichte Genauigkeit ist 1 : 1010. Mit ähnlicher Genauigkeit will er auch die Feinstrukturkonstante bestimmen, in dem er den Rückstoß des Atoms bei der Absorption eines Photons genau mißt. Extrem langsame Atome zeigen Bose-Einstein-Kondensation. An einem solchen System sind Tests fundamentaler Symmetrien möglich, darunter der Zeitumkehrinvaranz.

Steven Chu setzt seine Techniken auch für biophysikalische Messungen ein. So hat er in vitro-Messungen der Bewegung einzelner Proteinmoleküle der DNA durchgeführt.

Steven Chu ist für seine Forschungsarbeiten vielfach geehrt und ausgezeichnet worden. 1987 erhielt er den Broida-Pries für Laserspektroskopie der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft und war 1988 Morris Loeb Lecturer an der Universität Harvard. In Stanford wurde 1990 zum Theodore und Frances Geballe-Professor ernannt. 1993 wurde er in die Nationale Akademie der Wissenschaften berufen und mit dem König-Faisal-Pries für Naturwissenschaften ausgezeichnet. 1995 wurde er Preisträger der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Steven Chu, Claude Cohen-Tannoudji und William D. Phillips erhielten 1997 den Physik-Nobelpreis für die Entwicklung von Methoden zur Kühlung und Einsperrung von Atomen mit Laserlicht. 

Document Actions
Personal tools