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2009: Wolfgang Ketterle

wp_ketterle2.jpgWolfgang Ketterle wurde 1957 geboren und studierte in Heidelberg und an der Technischen Universität München. Er promovierte 1986 am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und der LMU München bei Herbert Walther über Spektroskopie am Heliumhydrid und am dreiatomigen Wasserstoff-Molekül. Danach arbeitete er in Heidelberg an Verbrennungsmotoren und ging 1990 in die USA an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) wo er an der Laserkühlung von Atomen arbeitete. Er gehörte 1995 zu den ersten, denen die Erzeugung eines Bose-Einstein-Kondensats gelang, 1997 demonstrierte er erstmals einen Atomlaser. Er hat den John D. MacArthur Lehrstuhl am MIT inne. Er wurde 2001 gemeinsam mit Eric A. Cornell und Carl E. Wieman mit dem Nobelpreis für Physik "für die Erzeugung der Bose-Einstein-Kondensation in verdünnten Gasen aus Alkaliatomen und für frühe grundsätzliche Studien über die Eigenschaften der Kondensate" ausgezeichnet. Daneben ist er Träger zahlreicher Preise und Auszeichnungen, darunter der Rabi Preis der APS und der Gustav-Hertz Preis der DPG sowie der Benjamin Franklin Medaille in Physik.

Wolfgang Ketterle arbeitet auf dem Gebiet der Atomphysik und Laserspektroskopie. Er ist einer der führenden Wissenschaftler bei der Erforschung der Eigenschaften ultrakalter Gase. Zu seinen bahnbrechenden Erfolgen gehört die Beobachtung der Bose-Einstein-Kondensation atomarer Gase, die erste Realisierung eines Atom-Lasers sowie die Entwicklung wichtiger Werkzeuge zur Manipulation von Bose-Einstein-Kondensaten mit denen er ein neues Forschungsfeld der Atomphysik eröffnet hat. Die neuen Werkzeuge, die er und seine Arbeitsgruppe am MIT entwickelt haben, sind u.a. eine neuartige magnetische Falle "cloverleaf magnetic trap", Verfahren zur nicht-destruktiven Beobachtung von Bose-Einstein-Kondensaten, sowie eine optische Falle zur Speicherung und zum Transport von Kondensaten. Diese Werkzeuge und Techniken wendet er an um die neuen physikalischen Eigenschaften von Bose-Einstein- Kondensaten zu untersuchen. Ein Experiment zur Interferenz zweier Bose-Einstein-Kondensate zeigte erstmals direkt die Kohärenz sowie langreichweitige Korrelationen.

Hierdurch können Bose-Einstein-Kondensate als Quellen kohärenter Atomstrahlen (Atom-Laser) genutzt werden. Weitere wichtige Arbeiten beinhalten die kollektive Anregung eines Kondensats, die erste Messung der Schallgeschwindigkeit, Untersuchungen von Spinor-Kondensaten, die Untersuchung der optischen Eigenschaften der Kondensate, die Entdeckung der Superradiance von Kondensaten und weitere Untersuchungen der Eigenschaften von Bose-Einstein-Kondensaten.

Wolfgang Ketterle ist u.a. Fellow der American Physical Society, der Optical Society of America, der American Academy of Arts and Sciences, des Institute of Physics (IOP), der Europäischen Academy of Sciences and Arts, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Neben den schon erwähnten Preisen ist der Träger des David and Lucile Packard Fellowship (1996), des Discover Magazine Award for Technological Innovation (1998), des Fritz London Prize in Low Temperature Physics (1999), des Dannie-Heineman Preises der Göttinger Akademie der Wissenschaften (1999), der Benjamin Franklin Medaille in Physik (2000), des großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband (2002), und des MIT Killian Awards (2004). 

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