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2007: Anton Zeilinger

zeilinger_t.jpgAnton Zeilinger wurde 1945 in Ried im Innkreis in Oberösterreich geboren. Er studierte Mathematik und Physik an der Universität Wien, wo er 1971 promovierte. Die Jahre 1972 bis 1981 waren der Erforschung der quantenphysikalischen Eigenschaften von Neutronen am Atominstitut bei Professor H. Rauch, am Institut Laue-Langevin in Grenoble und als Fulbright Fellow am Massachusetts Institute of Technology MIT bei Professor C.G. Shull (Nobelpreis 1994) gewidmet, ein Fachgebiet, in dem er 1979 auch habilitierte. Es folgten zahlreiche internationale Aufenthalte, unter anderem Professuren und Gastprofessuren am MIT, an der Technischen Universität München, der Technischen Universität Wien, der Universität Innsbruck, der Universität Melbourne und am Collége de France in Paris. Seit 1999 ist Anton Zeilinger Ordentlicher Universitätsprofessor für Experimentalphysik an der Universität Wien und seit 2004 Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Anton Zeilinger ist einer der Pioniere auf dem entstehenden Gebiet der Quanteninformatik und des Quantencomputers. Die weltweit ersten Arbeiten in Theorie und Experiment zur Verschränkung von mehreren Teilchen wurden von Zeilingers Gruppe geleistet. Diese Mehrteilchenverschränkung bildet eine entscheidende Grundlage für jeden zukünftigen Quantencomputer, wie auch den von Zeilinger und seinem Team entwickelten „One-Way Quantum Computer“. Weitere Anwendungen, die aus dieser Innovation resultieren, sind zum Beispiel die Quantenteleportation, die Quantenkryptographie und die Quantenkommunikation. Zu seinen Rekorden auf diesen Gebieten zählen die Quantenkryptographie über etwa 150 km sowohl über Glasfasern als auch im freien Raum, der Nachweis von Einzelphotonen bei ihrer Rückkehr von einem Satelliten und die Entwicklung eines Quantenkryptographiesystems mit verschränkten Zuständen.

Neben der Quanteninformation liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Erforschung der Quanteneigenschaften von Neutronen und massiveren Teilchen, wie Atomen und Molekülen. In Zeilingers Arbeitsgruppe gelang der erste Nachweis von Quanteninterferenzen mit komplexen Molekülen, wie etwa Fullerenen oder biologisch relevanten Molekülen. Auf diese Weise konnte der Gültigkeitsbeweis der Quantenphysik zu sehr komplexen Systemen ausgedehnt werden. Im Rahmen dieser Untersuchungen gelang es auch, das Phänomen der Dekohärenz - den Übergang von quantenmechanischem zu klassischem Verhalten - quantitativ sehr genau und im Detail zu untersuchen. Diese Einsichten sind auch für das Verständnis künftiger Quantencomputer bzw. für die Entwicklung störungsfreier Systeme sehr wichtig.

In jüngster Zeit hat sich Anton Zeilinger der Frage zugewandt, wie weit quantenmechanische Phänomene in echten mechanischen Systemen nachgewiesen werden können, wie etwa oszillierende Mikrospiegel. Weiters gilt sein gegenwärtiges Interesse auch dem Test nichtlokaler Theorien sowie der experimentellen Untersuchung der Frage der Realität in der Quantenwelt.

Ein wesentliches Interesse Zeilingers ist die Frage der Bedeutung der Erkenntnisse der Quantenphysik für unser Weltbild bzw. die Frage ihrer konzeptiven und erkenntnistheoretischen Konsequenzen.

Als Berater und Gutachter bei vielen wissenschaftspolitischen Entscheidungen, wie zum Beispiel der Entwicklung einer neuen Eliteuniversität in Österreich, wird Zeilinger sehr geschätzt.

Anton Zeilinger ist Autor zweier populärwissenschaftlicher Bücher, „Einsteins Spuk“ (2003) und „Einsteins Schleier“ (2005), die jahrelang in Bestsellerlisten geführt wurden und in vielen Sprachen erschienen sind. Er hat mehrere wissenschaftliche Bände und Lehrbücher herausgegeben und über 380 wissenschaftliche Publikationen verfaßt. Einige der Artikel sind inzwischen Zitationsklassiker. Der Artikel „Experimental Quantum Teleportation“ (Nature 390, 1997) wurde bisher mehr als 1.000 mal zitiert (ISI Citation Index).

Zu Anton Zeilingers zahlreichen Preisen und Ehrungen zählen unter anderem der international renommierte King Faisal Prize of Science (2005), die Wahl in den deutschen Orden Pour le Mérite, der Alexander von Humboldt Forschungspreis sowie das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. Er ist Ehrenprofessor der University of Science and Technology of China (1996) und Ehrendoktor der Humboldt-Universität zu Berlin (2005) und der Universität Danzig (2006). Anton Zeilinger ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien. Zu Stiftungs- und Ehrenvorlesungen wurde er an Universitäten in Mainz, Istanbul, Yale, Uppsala, Stockholm, Toronto, Paris und Melbourne eingeladen. 

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