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2004: Donald H. Perkins

wp_perkins.jpgDonald H. Perkins ist emeritierter Physik-Professor der Universität und des St. Catherine's College in Oxford/Großbritannien.

Don Perkins ist Jahrgang 1925. Er studierte Physik am Imperial College der Universität London, wo er 1945 den Bachelor erwarb und 1948 promovierte. Er wechselte 1949 an die Universität Bristol. Nach einem Forschungsaufenthalt 1955/56 am Lawrence Radiation Laboratory der University of California, Berkeley (LBL) wurde Perkins 1956 Reader in Bristol. Seine Sabbatical-Jahre 1963/64, 1976/77 und 1983/84 nutzte er jeweils zu Forschungsaufenthalten am CERN in Genf. Perkins wurde 1965 als Professor fr Elementarteilchenphysik an die Oxford Universität berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1998 lehrte und forschte.

Don Perkins ist einer der Pioniere der Höhenstrahlungsexperimente mittels Emulsionstechnik. Er entdeckte 1947 das negative π-Meson auf exponierten Filmen. Seine π-Zerfallsereignisse werden in vielen Lehrbüchern der Elementarteilchenphysik gezeigt. Am LBL wandte sich Perkins Experimenten an Teilchenbeschleunigern zu. Er erforschte K-Mesonen und Antiproton-Proton-Vernichtungsreaktionen. Schon 1961 setzte er Pionen in der Krebstherapie ein. Am CERN unternahm Perkins hochenergetische Neutrino-Streuexperimente. Er ist Mitentdecker des schwachen neutralen Stroms im berühmten Gargamelle-Experiment, das elastische Neutrino-Elektron-Streuung erstmals nachgewiesen hat. In tiefinelastischer Neutrino-Nukleon-Streuung wies er Quarks und Antiquarks im Nukleon nach, bestimmte Quark- und Gluondichten im Nukleon und testete erstmals quantitativ die Quantenchromodynamik. An der Auslegung des ElektronProtonSpeicherrings HERA am DESY war er beteiligt. Ab 1982 widmete sich Perkins Experimenten zum Proton-Zerfall. Er fand dabei die ersten Hinweise auf Anomalien im atmosphärischen Neutrinofluss, die später als Neutrino-Oszillationen interpretiert wurden. Er analysierte Daten über atmosphärische und solare Neutrinos im Hinblick auf Oszillations- und Mischungsschemata.

Fast 30 Jahre lang war Don Perkins ein sehr geschätzter Berater und Gutachter bei vielen wissenschaftspolitischen Entscheidungen in Großbritannien, Europa und Amerika.

Don Perkins ist Autor von sehr beliebten Lehrbüchern. Schon 1959 erschien sein erstes, das er zusammen mit C.F.Powell ber die Emulsionstechnik bei Höhenstrahlexperimenten verfasst hat. Weltweit verbreitet ist sein Buch "Introduction to High Energy Physics", dessen 1. Auflage 1972 erschienen ist und das er für die 4. Auflage von 2000 weitgehend neu geschrieben hat. Sein jüngstes Buch, "Particle Astrophysics", ist 2003 heraus gekommen.

Don Perkins ist vielfach geehrt und ausgezeichnet worden. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Sheffield und Bristol und Fellow der Royal Society, London. In Anerkennung seiner vielen originellen Forschungsergebnisse in der Elementarteilchenphysik wurde er 1979 mit der Guthrie-Medaille des Institute of Physics, 1992 mit der Holweck-Medaille des Institut Français de Physique, 1997 mit der Royal Medal der Royal Society und 2001 mit dem Hochenergiephysikpreis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet. Zu Gast- und Ehrenvorlesungen ist er an die Universitäten in Toronto, Seattle, Chicago, Hawaii und Victoria/Canada eingeladen worden. 

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